Ich schreibe einfach gerne. Und da ich dazu auch noch relativ gut schreibe (zumindest empfindet meine Umwelt das so), macht es mir erst recht Spaß.
Meine erste Geschichte schrieb ich im zarten Alter von sechs Jahren, also zu der Zeit, wo ich überhaupt erst Schreiben gelernt hatte. Es ging um ein Mädchen, dessen Kater verschwunden war, und die Geschichte war mit windschiefen Kinderbuchstaben in ein Schulheft geschrieben.
Meine eine Oma wollte kaum glauben, dass diese zwei dahingekritzelten DinA5-Seiten mein Werk sein sollten, während meine andere Oma stolz behauptete, das hätte ich von ihr, denn sie hätte damals in der Schule auch schon Preise für ihre Aufsätze erhalten.
Neben dem Schreiben lese ich natürlich auch, und das nahezu immer und in Mengen. Kaum ein Buch ist vor mir sicher, und wenn es richtig gut ist, vergesse ich alles um mich herum, inklusive Zeit, Hunger und Durst und was sonst noch zum Überleben gehört.
Am liebsten lese ich Krimis und Thriller, ich mag es spannend und mit viel Blut und Leichen und entsprechend viel Kriminalistik. Daneben lese ich gerne Jugendbücher, besonders Klassiker von Ende oder Preußler, wobei auch ich nicht an „Harry Potter“ vorbei gekommen bin. Ebenfalls fasziniert haben mich die Bücher von Bastian Sick. Durch meine Geschichten habe ich mich natürlich viel mit Rechtschreibung und Schreibstil befasst, und diese amüsanten Einblicke in die Welt der deutschen Sprache bringen mich immer wieder zum Lachen, besonders, wenn ich mich selbst in ihnen wieder erkenne.
Ich lese auch sehr gerne Manga, also japanische Comics und wäre auch gerne Zeichner geworden, aber dazu fehlt mir vollkommen das Talent, daher konzentriere ich mich lieber auf das, was mir liegt.
Einer der Gründe, warum ich mich für ein Studium an der „Schule des Schreibens“ entschieden habe, ist mein Stil. Ich habe Unmengen gute und weniger gute Geschichten geschrieben (die meisten davon allerdings nie beendet), doch deren Hauptfiguren sind alle wie ich: jung, weiblich und mit großer Klappe. Meine Geschichten sind alle sehr salopp und haben als Zielgruppe grundsätzlich Mädchen und junge Frauen.
Ich habe mich stilistisch kaum weiterentwickelt, dabei möchte ich gerne auch erwachsene und/oder männliche Leser begeistern können und andere Genres als „leichte Jugendlektüre“ meistern… Deshalb habe ich in letzter Zeit wenig geschrieben, denn ich bin mit mir selbst und meinem Stil unzufrieden. Nicht, dass er schlecht wäre, aber er ist auf Dauer zu eintönig, ich will und muss mich in dieser Hinsicht unbedingt weiterentwickeln. Allein schon, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich bin 23 Jahre alt, ich sollte in der Lage sein, auch einmal nicht wie ein Teenager zu schreiben…
Der zweite Grund ist, dass ich jahrelang an Magersucht litt und diese Erfahrungen gerne in Form eines autobiographischen Romans veröffentlichen möchte. Ich möchte anderen Betroffenen helfen, ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind und dass jeder es schaffen kann, da wieder herauszukommen.
Zum Schluss spielt natürlich auch Geld eine kleine, wenn auch nicht ganz unbedeutende Rolle. Ich lege es nicht darauf an, Millionär zu werden, aber ein Nebenverdienst oder zweites Standbein wäre für den Anfang schon ganz gut.
Ich bin zur Zeit Auszubildende im Einzelhandel. Es ist in Ordnung, aber die Arbeit ist eintönig und unkreativ und ich kann meine Fähigkeiten nicht entfalten. Daher brauche ich dringend etwas, das meinen Geist beansprucht und mich mehr in die Richtung führt, die mir wirklich liegt und die mir Freude bereitet.
Insgesamt möchte ich also das Talent, das ich schon habe, ausbauen und verfeinern, um auch die Bücher schreiben zu können, die ich selbst gern lese und mit denen ich ein breiteres Publikum ansprechen kann.
Außerdem möchte ich einmal einen Beruf ausüben, der mir liegt und Spaß macht, und was wäre dafür besser geeignet als eine „Karriere“ als Schriftsteller?
Ich weiß, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist und dass ich das Ziel vielleicht nie erreichen werde. Aber ich bin bereit, diesen Weg zu gehen und sowohl Zeit als auch Geld zu investieren, denn auch wenn es mit der Karriere nicht klappen sollte, so habe ich es doch wenigstens versucht. Ich werde dann so oder so mein Bestes gegeben haben und mich nie vor mir selbst schämen müssen. Und das ist wohl das Wichtigste.